4 settembre 2010 FSFV seit 1977

Levante Wibi

Gegründet: 1977
Erfolge:
Homepage: http://www.levante.ch/FC_lev.wibi.html
Kontakt:
Küde Brun
Tel N: 079 695 97 78
kuedeb@gmx.ch

Tino Hauri
Tel N: 078 720 14 00
tinohauri@bluewin.ch

Richtig, wir haben sie noch miterlebt, die tollen Jahre, als Bärte, Barfusskicker und Teams mit hohem Frauenanteil zum Fortschrittlichen Schweizer Fussballverband gehörten, wie das \"ähh\" zu Köbi Kuhn. Dass wir allerdings glaubten, mit Fussball die Welt verbessern zu können, ist ein Unsinn, den sich gewisse nachgeborene Geschichtsklitterer aus Stapeln verstaubter Sekundärliteratur, wie staatlichen Fichen, Ringiers gelbem Heftli und den ersten deutschen Playboy-Jahrgängen zusammen reimen.

Revolutionäre Süppchen brodelten allenfalls in unserem damaligen Wohnumfeld, der stadtbekannten Gross-WG an der Weinbergstrasse, deren Kurzname \"Wibi\" nach all den Jahren hartnäckig an uns kleben bleibt. In dieser ehemaligen, vierstöckigen Pension im Zürcher Kreis 6 kam Ende der siebziger Jahre einiges an kreativ/explosivem Potential zusammen. Szeneblätter, Szenebands, Gemeinschaftsschlafzimmer, handliche Betonkugeln und die Wiedereinsetzung des Fussballs als gesellschaftsfähige Betätigung, gehörten neben viel Bierweinschnaps, Blablablödsinn und werktäglichem Schlafen bis vierzehnuhrfünfzehn zum progressiven Feeling jener Zeit.

In der Folge machte Levante Wibi auf dem Kriechgang durch die Mühlen des Lebens die ganze Entwicklung von der anarchospassigen zur stramm strukturierten \"fast-wie-richtig\"-Liga mit. Die Bärte sind ab, (bis auf einen bei Rotwyfahne). Der letzte Barfüssler trägt mittlerweile auch schon seit mehr als zehn Jahren Noppen und spielt noch immer bei Hikuli. Und die letzte Frau, sie ist unterdessen Grossmutter geworden, belegt bis heute ihren gewohnheitsrechtlichen Stammplatz bei uns im rechten Mittelfeld. Wir sind älter geworden aber nicht besser. Früher war das ganz was anderes. Bis 1986 oder so, wer kann das heute noch genau sagen, dominierten Wibi und Hikuli den alternativen Fussball in Zürich. Ranglisten wurden aus diffusen Gründen politischer Wettbewerbsverweigerung keine geführt. Und das erste Endspiel in der Geschichte des FSFV ging gegen eben diesen Gegner 2 : 1 verschütt, weil unser verehrter Präsi, Coach und Mittelfeldmotor im falschen Moment so richtig die Nerven verlor, schwarze Zorneswolken ausstossend vom Spielfeld stapfte und unser Abwehrdispositiv dadurch entscheidend schwächte. Manch epische Schlacht gegen Hikuli, Ventilator Züri-Bar oder unsere Erzfreunde von Brennivin bleibt unvergessen, denn da standen sich immer wieder die selben Exponenten mit ihren notorischen Ecken und Charakterkanten gegenüber, welche sich mit zunehmendem Alter keineswegs abgeschliffen haben - im Gegenteil.

Doch mit dem Zerrieseln der Jahre drängten neue, jüngere Teams auf die Plätze, und seit einem guten Jahrzehnt, stellen wir fest, dass die jeweiligen direkten Gegenspieler in der Vorwärtsbewegung in zunehmendem Masse nicht mehr abzuhängen und in der Defensive nicht mehr einzuholen sind. Daran ändert leider auch die Einführung des Mindestalters 35 in der Ehrenliga wenig. So sind wir nun halt beim alten Eisen. Die seit unserem Abgang klaffende Lücke in der Eliteliga wird unterdessen durch ein zweites Wibi-Team ausgefüllt. Unsere \"Jungen\" schrieben sich mit dem Namenszusatz \"Flachpass\" eine Fussballtugend auf die Fahne, der nachzuleben, allen Bemühungen zum Trotz, bis dato wohl mehr Wunschdenken als Realität geblieben ist. Die guten Ansätze sehen wir wohl, vom Bänklein aus, wo wir jeweils in einer Reihe hocken und meckern. Aber das ist doch einfach noch kein Team, da fehlen doch die Automatismen, der Biss. Das wird mindenstens noch 20 Jahre dauern, bis die mal so weit sind, wie die originalen, unverwechselbaren, alten, schlauen, bösen und immer wieder schwer zu bezwingenden Marineblauen von Levante Wibi.